Das Bach-Jahrbuch 2015 ist erschienen

8. Februar 2016

Der diesjährige 101. Band hat mit 360 Seiten einen stattlichen Umfang. Die hier veröffentlichten dreizehn großen und drei kleinen Beiträge von international renommierten Wissenschaftlern aus Deutschland, den USA und      
Kanada zeigen eindrucksvoll, wie breit die Bach-Forschung derzeit aufgestellt ist und wie vielfältig die Erkenntnisse sind, die sich mit wissenschaftlichen Methoden gewinnen lassen. Das Bach-Jahrbuch favorisiert traditionell Studien, die sich um eine Erweiterung des faktischen Wissens über Johann Sebastian Bach, seiner Familie und seinen Zeitgenossen bemühen. Daß die Arbeit mit archivalischen und musikalischen Quellen noch immer außerordentlich lohnend ist, zeigen die in diesem Band vorgelegten Erkundungen zu Textdichtern (Christine Blanken, Marc Roderich Pfau), zur Lebensgeschichte seiner Schüler (Michael Maul, Bernd Koska), zu Schreibern und zur Provenienz von frühen Abschriften (Peter Wollny) sowie zu den Originaldrucken (George Stauffer). Auch Erkundungen des zeitgenössischen Umfelds liefern nach wie vor bemerkenswerte neue Einblicke in Bachs Lebenswirklichkeit (Robert und Traute Marshall, Hans-Joachim Schulze). Unverzichtbar ist darüber hinaus aber auch die fortwährende Beschäftigung mit den Partituren. Aus der Betrachtung des intrikaten kontrapunktischen Gewebes ergeben sich immer wieder Rückschlüsse auf den Entstehungsprozeß von Kompositionen – etwa im Falle des ersten Chors der Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ BWV 21 (Klaus Hofmann) – oder auf Bachs künstlerische Intentionen – so in der fragmentarischen „Fuga a 3 Soggetti“ aus der Kunst der Fuge (Otfried Büsing).

Ein weiteres seit einiger Zeit aktuelles Thema ist das Phänomen der Bach-Rezeption im frühen 19. Jahrhundert. Neben führenden Protagonisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann steht die noch kaum erschlossene Schar der Bach-Enkelschüler und der letzten Nachkommen der Musikerfamilie Bach. Daß auch hier die Quellen längst nicht ausgeschöpft sind, zeigt eine Auswertung eines Tagebuchs des Komponisten und Dirigenten Woldemar Bargiel, der neue Einblicke in Schumanns Kenntnis von Bachs Schaffen bietet (Russell Stinson). In diesen Zusammenhang gehört auch der Bericht über die Wiederentdeckung des seit 75 Jahren verschollenen Porträts des Bach-Enkels Wilhelm Friedrich Ernst Bach (1759–1845), das Anfang Dezember 2015 im Rahmen einer Feierstunde der Sing-Akademie zu Berlin rückübereignet und sodann als Dauerleihgabe dem Bach-Archiv Leipzig zur Verfügung gestellt wird (Brigitte Huber). In das nähere Umfeld von Bachs Wirken gehört schließlich das weite Feld des mitteldeutschen Orgelbaus, dessen Bedeutung uns in zwei Fallstudien vor Augen geführt wird (Albrecht Lobenstein, Lynn Edwards Butler).

Mit dem Bach-Jahrbuch 2015 wird die neue Rubrik „Dokumentation“ eingeführt. Hier sollen künftig sowohl unbekannte als auch bekannte, aber schwer greifbare Texte in zitierfähiger Form und mit exakten Quellenangaben vorgestellt werden (Hans-Joachim Schulze).

Das Bach-Jahrbuch ist ab sofort im Buchhandel (ISBN 978-3-374-04320-0) für 14,80 € erhältlich. Mitglieder der Neuen Bachgesellschaft bekommen das Bach-Jahrbuch in Kürze mit dem Mitteilungsblatt unserer Gesellschaft kostenfrei zugesandt.

Das Inhaltsverzeichnis können Sie hier einsehen: Bach-Jahrbuch 2015 Inhaltsverzeichnis

Neuer Vorstand gewählt

13. Juni 2026

Während des Bachfestes Leipzig hat das Direktorium der Neuen Bachgesellschaft in seiner Sitzung turnusmäßig den Vorstand neu gewählt. Der 1. Vorsitzende Dr. Andreas Bomba wurde schon im vergangenen Jahr gewählt Continue reading

Unser Bach-Jahrbuch ist erschienen

26. Mai 2026

Das Bach-Jahrbuch 2025 ist erschienen! Der 111. Band des seit 1904 bestehenden Jahrbuchs unserer Gesellschaft gibt erneut Einblicke in aktuelle Ergebnisse der Forschung. Er wird eröffnet mit vier Texten, die aus Referaten zu einem im Dezember 2024 veranstalteten Ehrensymposium anlässlich des 80. Geburtstags von Ton Koopman hervorgegangen sind. Eine zweite Serie von Texten entstand im Rahmen des „Forschungsportals BACH – Innovative Dokumentation der Lebens- und Wirkungsgeschichte der Musikerfamilie Bach von den Anfängen bis 1810“, einem 2023 begonnenen und im Rahmen des Akademienprogramms auf 25 Jahre angelegten Langzeitprojekt, das am Bach-Archiv Leipzig angesiedelt ist und in Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt wird.

Leider konnte das Bach-Jahrbuch in diesem Jahr nicht mit dem Frühjahrs-Mitteilungsblatt versendet werden. Dafür wird es zur Mitgliederversammlung in Leipzig erhältlich sein. Alle Mitglieder der Neuen Bachgesellschaft, die nicht nach Leipzig kommen werden, erhalten das Bach-Jahrbuch mit dem Herbst-Mitteilungsblatt.

Informationen zu den Jahrbüchern vergangener Jahre finden sich auf unserer Webseite: www.neue-bachgesellschaft.de

Das Bach-Jahrbuch 2025 ist ab sofort im Buchhandel (ISBN 978-3-374-08017-5) für 28,00 € erhältlich. Wir wünschen eine angenehme Lektüre!

Neue Mitgliedsbeiträge ab 2026

20. Dezember 2025

Seit 2018 sind die Jahresbeiträge für eine Mitgliedschaft in unserer Gesellschaft stabil. Leider bleibt auch die NBG nicht verschont von Inflation und Preissteigerungen, so dass sich Vorstand und Direktorium nun nach langer Überlegung Continue reading