Bach-Jahrbuch 2024

I N H A L T

Christoph Wolff (Cambridge, MA), Was wissen wir über die Sopranistin Anna Magdalena Bach?

Klaus Hoffmann (Göttingen), Überlegungen zu Bachs sechstem Brandenburgischen Konzert

Matthias Lassen (Hamfelde), Johann Polycarp Büchner und Gerhard Rudolph Albrecht Sievers – zwei Kieler Schloßorganisten in Leipzig

Peter Wollny (Leipzig), Nachbemerkungen zum Beitrag von Matthias Lassen: Johann Polycarp Büchner als Schreiber für Johann Sebastian Bach

Peter Wollny (Leipzig), Neues zur Bach-Überlieferung in Dresden

Albrecht Lobenstein (Erfurt), Johann Sebastian Bach in Orgelfragen – Fährten der Stilentwicklung

Tatjana Schabalina (St. Petersburg), Abschriften von Werken J. S. Bachs aus dem Nachlaß von Philipp Spitta – Eine Wiederentdeckung in Moskau

Juliane Riepe (Halle), Johann Christian Bachs Bücher. Ein Zufallsfund

 

Kleine Beiträge

Hans-Joachim Schulze (Leipzig), Kleine Bach-Studien (I)

Markus Rathey (New Haven / CT), „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ – Anmerkungen zu einer unbeachteten Quelle für den Eingangschor von Bachs Actus tragicus

Peter Wollny (Leipzig), Johann Sebastian Bach und der „Französische Jahrgang“ von Georg Philipp Telemann

Eberhard Spree (Leipzig), Zeit- und familiengeschichtliche Überlegungen zu Anna Magdalena Bach und ihren Clavier-Büchlein

Andreas Glöckner (Leipzig), „… bis auf Wiederruffen eingestellet … wornach Er sich seines Orts zu achten hatte“ – Neue Dokumente zur Landestrauer 1727/ 28

Sophie Weber (Leipzig), Ein neuer Fund zu Sterbedatum und -ort von Hans Bach [54]

Bo-Yuan Wang (Leipzig), Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bachs Bewerbungen um die Anwartschaft auf die Organistenstelle am Merseburger Dom

Phillip Schmidt (Leipzig), Biographische Nachträge zu den namentlich bekannten Musikern des Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg

Ulrich Prinz (Esslingen), Anmerkungen zum Beitrag von Andrew Talle, Viola pomposa und Violoncello piccolo im Schaffen von J. S. Bach (BJ 2023, 11– 48)

 

Besprechung

Meinolf Brüser, Wenn Bach trauert. Die Motetten Johann Sebastian Bachs neu verstanden, Bärenreiter-Verlag Kassel / Basel 2023, 267 Seiten; Abbildungen und Notenbeispiele (Markus Zepf, Leipzig)

Neue Bach-Gesellschaft e.V. Leipzig
Mitglieder der leitenden Gremien

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Band 110 des Bach-Jahrbuchs gibt Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse. Die bunte Palette der Themen, die in insgesamt fünfzehn Beiträgen behandelt werden, reicht von einem Vorfahr Johann Sebastian Bachs in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zu den Anfängen der Bach-Forschung im späten 19. Jahrhundert. Im Eröffnungsbeitrag geht Christoph Wolff der Frage nach: „Was wissen wir über die Sopranistin Anna Magdalena Bach?“ Wichtige Indizien findet er in den Sopran-Partien der Köthener Huldigungsmusiken. Bachs zweite Ehefrau steht auch im Zentrum von Eberhard Sprees „zeit- und familiengeschichtlichen Überlegungen zu Anna Magdalena Bach und ihren Clavier-Büchlein“. Einen analytischen Ansatz verfolgt Klaus Hofmann in seinen „Überlegungen zu Bachs sechstem Brandenburgischen Konzert“. Den Lebenswegen der Musiker im Dienst des Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt, die in diesem und den übrigen Werken von Bachs monumentalem Konzertzyklus ihr Können unter Beweis stellen konnten, geht Phillip Schmidt nach. Weitere biographische Neuerkenntnisse präsentieren Beiträge von Hans-Joachim Schulze, Sophie Weber und Peter Wollny. Matthias Lassen verfolgt die Spuren von zwei Musikern, die mit Bach in Verbindung standen und später in Schleswig-Holstein wirkten. Bachs Tätigkeit als gefragter Orgelsachverständiger und die historischen Grundlagen seiner instrumentenbaulichen Vorlieben untersucht Albrecht Lobenstein. Markus Rathey klärt die Herkunft des Texts im Eingangschor von Bachs Actus tragicus („Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“), und Andreas Glöckner steuert neue Funde zur Entstehungs- und Aufführungsgeschichte der Trauerode bei. Bemerkenswerte Dokumentenfunde werden auch in den Beiträgen von Bo Wang (über die beiden ältesten Bach-Söhne), Juliane Riepe (über Bücher aus der Bibliothek von Johann Christian Bach) und Tatjana Schabalina (über Bach-Handschriften aus dem Nachlass von Philipp Spitta) vorgestellt. Der Band zeigt somit eindrucksvoll die Vielfältigkeit der aktuellen Forschung.