Mitteilungsblatt

Seit Mitte der siebziger Jahre machte sich eine kurzfristigere Möglichkeit von Wissenswertem und Informativem der Gesellschaft nötig als es die jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen erlaubten. Das war die Geburtsstunde des Mitteilungsblattes. Nach der politischen Wende in Deutschland konnte es erheblich ausgebaut werden. Neben einem Brief des Vorsitzenden werden regelmäßig folgende Rubriken bedient: Personalia, Aus der Geschäftsstelle, Protokoll der letzten Mitgliederversammlung, Berichte und Wissenswertes. Eröffnet wird jedes Heft mit einer literarischen Äußerung zu Johann Sebastian Bach.

Aus dem neuesten Mitteilungsblatt Nr.66 im Sommer 2010

 

AUS DER ARBEIT VON VORSTAND UND DIREKTORIUM

 

Wussten Sie schon, was Karl Barth (1886 - 1968) über Bach geschrieben hat?

Das „Geheimnis“ der Passion des Gottessohnes ist als das „in der Auferstehung Jesu aufgeschlossene Geheimnis zu sehen und zu verstehen ... Was hierzu zu sagen ist, mag beiläufig auch als Widerspruch gegen die Auffassung der Leidensgeschichte verstanden werden, die in J. S. Bachs «Matthäuspassion» ihren klassischen Ausdruck gefunden hat. Über ihre rein musikalische Größe ist kein Wort zu verlieren. Sie will aber eine Auslegung der Kap. 26-27 des Matthäusevangeliums sein. Als solche kann sie ihre Hörer nur irreführen. Sie ist ein einziges, in fast ununterbrochenem Moll gewiß wunderbar wogendes Wolkenmeer von Seufzern, Klagen und Anklagen, von Ausrufen des Entsetzens, des Bedauerns, des Mitleidens: eine Trauerode, die in einem regelrechten Grabgesang („Ruhe sanft“) ihren Ausklang findet, die durch die Osterbotschaft weder bestimmt, noch auch nur begrenzt ist, in der Jesus der Sieger völlig stumm bleibt. Wann wird die Kirche sich darüber klar werden, und dann auch die Tausende und Tausende, die die evangelische Leidensgeschichte ausgerechnet nur in dieser Version kennen mögen, darauf aufmerksam machen, daß es sich in ihr um eine Abstraktion handelt, daß das bestimmt nicht die Passion Jesu Christi ist?“

Karl Barth, Kirchliche Dogmatik, Teil IV, Bd. 2, Zürich 1955, S.280.

 

Brief des Vorsitzenden

 

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren Mitglieder,

der reformierte Theologe Karl Barth gehört zu den bedeutendsten evangelischen Vertretern seines Fachs im 20. Jahrhundert, womöglich ist er selbst der Bedeutendste des Jahrhunderts. Evangelische Theologie sieht sich auch noch am Anfang des 21. Jahrhunderts vor der Aufgabe, sich mit seinem ungemein anregenden und grundsätzlichen theologischen Denken auseinanderzusetzen, das sich vor allem in seiner unvollendet gebliebenen „Kirchlichen Dogmatik“ niedergeschlagen hat, die in 13 großformatigen Leinenbänden vorliegt (erschienen zwischen 1932 und 1967). Barth war ursprünglich Schweizer Dorfpfarrer und wurde – unpromoviert – im Jahr 1922 zum Professor für reformierte Theologie in Münster berufen. Dann war er Professor in Göttingen und Bonn, bis ihn die Nazis wegen seiner Verweigerung des Beamteneides auf Hitler seines Lehrstuhls enthoben. Er erhielt sofort eine Professur in Basel, wo er bis 1962 lehrte. Bedeutung erlangte er vor allem als wesentlicher Theologe der „Barmer Theologischen Erklärung“ von 1934, mit der sich die „Bekennende Kirche“ in Deutschland von der Irrlehre der „Deutschen Christen“ eindeutig distanzierte und an der Begründung evangelischer Kirche und evangelischen Glaubens allein auf das Wort Gottes festhielt.
Der zitierte Abschnitt aus Barths „Kirchlicher Dogmatik“ zu Bachs Matthäuspassion ist gekennzeichnet von großem Respekt vor einem hochbedeutsamen Werk der Kirchenmusikgeschichte, zugleich aber von fundamentalem Unverständnis der aus der Theologie Luthers und dem Geist der späten altprotestantischen Frömmigkeit und Theologie gespeisten Haltung Bachs, in der dieser vollständig heimisch war. Barth hat weder wirkliche Kenntnis von der musikalischen Gestalt des Werkes – es ist ja keineswegs „in fast ununterbrochenem Moll“ geschrieben! – noch von seinem Textbuch. Ihm hat sich offenbar nie der spezifische theologische Zugang zu diesem Werk erschlossen, das sich eben nicht aus einer theologischen Dialektik von Kreuz und Auferstehung Christi erschließt, bei der das Geheimnis des Gottessohnes sich erst aus der Auferstehung erschließt, wie er sagt. Denn im Unterschied zu dieser christologischen Grundanschauung Barths ist für Bach – wie schon für Luther – das Kreuz tiefster Ausdruck christlichen Gottesbildes und Gottesglaubens, und dies nicht erst dann, wenn es im Gegenüber zur Auferstehung Jesu Christi verstanden und ausgelegt werden kann. Bach hat das nicht nur in seinen Passionen gezeigt, sondern auch in der letzten Bearbeitung des Credo seiner h-Moll-Messe. Auf der anderen Seite sprechen aus Barths Gedanken ebenso konfessionell motivierte Grenzen seiner Sicht des Bachschen Werkes, die zu seiner Zeit leider niemand produktiv und kritisch mit ihm ausgetauscht hat, wie auch merkwürdige Tendenzen, die von „der Kirche“ (von welcher?) erwarten, diese „Irreführung“ und „Abstraktion“ der Passion Christi – wie er sagt – zu korrigieren. Barths Theologie ist gerade in ihrer produktiven Einseitigkeit immer wieder sehr diskutiert worden; es hat sich aber seitdem niemand gefunden, der ihm in der geübten Kritik an Bachs (und an Luthers) Sicht beigepflichtet hätte. Die erstaunliche Übereinstimmung zwischen der Theologie Martin Luthers, der Theologie eines Paul Gerhardt und der Johann Sebastian Bachs wird besonders darin hörbar, dass gerade für das eigene Sterben eines Menschen nichts anderes größeren Trost bringen kann als die „Angst und Pein“ des sterbenden Jesus am Kreuz, wie jener wunderbare Choral nach dem Verscheiden Jesu, „Wenn ich einmal soll scheiden“, singen und hören lässt.

Im Zusammenhang mit dem 85. Bachfest unserer Gesellschaft in Leipzig im Juni diesen Jahres fanden auch die diesjährige Mitgliederversammlung und die Gremiensitzungen statt. Das Protokoll der Mitgliederversammlung ist in diesem Mitteilungsblatt abgedruckt (S. 5 ff.). Es hatte sich eine große Zahl an Mitgliedern im Hörsaalgebäude der Universität eingefunden. Erstmalig wurden Mitglieder aufgerufen, die mehrere Jahrzehnte lang schon der Neuen Bachgesellschaft zugehören. Da ergaben sich interessante Einblicke, wozu es auch künftig Berichte geben wird.

Von besonderer Bedeutung erwies sich diesmal im Vorstand und im Direktorium der Tagesordnungspunkt Johann-Sebastian-Bach-Stiftung. Wir sind nun so weit, dass es zur Gründung kommen kann. Dazu werden die notwendigen Gremien besetzt, die zur Gründung nötig sind. Im Blick auf die eingeworbenen Finanzen sind wir uns einig, nicht den gesamten bisher eingeworbenen Betrag in das Grundkapital zu geben, sondern einen Teil zu nutzen, um der Stiftung in einem begrenzten Rahmen die Möglichkeit zu schaffen, bereits tätig zu werden. Noch einmal wurde unterstrichen, dass der Aufbau dieser Stiftung dem Zweck dient, Projekte unserer Gesellschaft finanziell zu unterstützen. Ebenfalls Einigkeit gibt es darüber, die Erwirtschaftung von Zinsen nur im konservativen Sinne zu betreiben, also keinesfalls durch riskante Geschäfte. Weiterhin wird die Stiftung darauf angewiesen sein, Zustiftungen sowohl für das Grundkapital als auch für bestimmte Zwecke zu erhalten, für die dann ausdrücklich geworben wird.
Die Vorbereitung der nächsten Bachfeste ist inzwischen auf gutem Weg. Wie Sie wissen, bedurfte es durch die Absage eines vorgesehenen Bachfestes in Bamberg erheblicher Bemühungen, um die Lücke zu schließen. Wir sind dem Magistrat der Stadt Wetzlar und vor allem dem dortigen Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn sehr dankbar, dass im September 2011 dort unser 86. Bachfest stattfinden wird. In der Leipziger Mitgliederversammlung hat Herr Eichhorn eine neugierig machende und interessante Werberede gehalten. Sie finden als Beilage außerdem den Vorprospekt dazu vor. Detailliertere Angaben wird es im nächsten Mitteilungsblatt geben (Winter 2010/11). Diesem in Wetzlar folgt 2012 das 87. Bachfest in Görlitz. Auch dort gibt es schon entsprechende Vorbereitungen. Noch nicht entschieden ist der Gedanke, ob es bei diesem Fest in Görlitz ein teilweises Zusammenwirken geben wird mit dem bedeutenden Musikfestival Wratislavia Cantans in Breslau/Wrozlaw in Polen. Ein solches Zusammenwirken wird angestrebt, um damit nach 100 Jahren an das 6. Deutsche Bachfest der Neuen Bachgesellschaft in Breslau im Juni 1912 zu erinnern, bei dem die berühmte Cembalistin Wanda Landowska (1879-1959) mit ihrem eigens für sie gebauten Pleyel-Cembalo auftrat. Ein wenig kann die damalige Diskussionslage um historische Instrumente und deren angemessenes Spiel nachempfunden werden, wenn man im Beitrag von Maria Hübner dazu nachliest, der sich in unserer Jubiläumsschrift befindet: 100 Jahre Neue Bachgesellschaft, Beiträge zu ihrer Geschichte, hrsg. von R. Eller, Leipzig 2001, S.82-83. Wichtig wäre die Erinnerung an diese berühmte Cembalistin seitens der Neuen Bachgesellschaft auch deshalb, weil sie, von den Nazis verfolgt, zunächst in nichtbesetzte Gebiete Frankreichs, später in die Vereinigten Staaten floh und ihr umfangreicher und kostbarer Instrumenten- und Notenbesitz von den Nazis geraubt, konfisziert und veräußert wurde. 2011 wird es eine Sonderausstellung zu Wanda Landowska im Bachhaus Eisenach geben.

Gern weise ich nochmals darauf hin, dass die Veranstalter des 84. Bachfestes 2009 in Mühlhausen ein gut bebildertes Heft herausgegeben haben mit dem Titel „Rückblicke“. In ihm sind Ansprachen, Grußworte, Predigten und Vorträge zusammengefasst, die gehalten worden sind. Solange ich denken kann, ist eine solche Form der Bilanzierung eines Bachfestes erstmalig unternommen worden. Den Herausgebern, Superintendent Andreas Piontek, Kreiskantor Oliver Stechbart und der Bachfest-Koordinatorin Pfarrerin Carola Scherf sei dafür herzlich gedankt. In der Geschäftsstelle unserer Gesellschaft ist dieses Heft noch zu erhalten (Bericht dazu von E. Lorenz S. 20).

Aufgrund immer wieder eingehender Beschwerden von Bach-Freunden über die Veränderung von Sendezeiten und die Verringerung der Anzahl gesendeter Kantaten Johann Sebastian Bachs durch den Mitteldeutschen Rundfunk habe ich mich schriftlich an den Sender gewandt. Daraufhin wurde ich in eine Gesprächsrunde bei der Hörfunkdirektion des MDR eingeladen, an der ich auch teilgenommen habe (vgl. den Bericht auf S. 34-35). Das Ergebnis ist im Blick auf unser Anliegen nicht befriedigend, muss aber als erster Schritt gewertet werden, um langfristig eine Verbesserung zu erzielen.

Nun bitte ich Sie um Verständnis, dass das Mitteilungsblatt ein wenig später als gewöhnlich erscheint. Das hat seinen Grund allein in meiner derzeitigen Beanspruchung in der Universität Leipzig. Herr Schmidt hat mich schon seit Mai gemahnt, die von mir beizusteuernden Texte zu liefern; doch musste ich meine Mitarbeit bis in den Juli zum Ende des Semesters aufschieben.
Ich hoffe sehr, dass dieses Heft mit meinen Grüßen Sie bei guter Gesundheit erreicht und wünsche Ihnen allen einen erholsamen Sommer – das Wetter jedenfalls hier in Leipzig ist noch besser nicht zu haben!

Ihr

Prof. Dr. Martin Petzoldt
Vorsitzender

 

 

Eröffnung des 85. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft, Leipzig, 11. Juni 2010

 

Prof. Dr. Martin Petzoldt beim Eröffnungskonzert
©Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

Lassen Sie mich mit einer persönlichen Bemerkung beginnen: Als Achtzehnjähriger erhielt ich von meinem Achtzigjährigen Großvater ein äußerlich unscheinbares Bändchen geschenkt, das den Titel trägt:

Erinnerungen an Felix Mendelssohn Bartholdy
Nachgelassene Aufzeichnungen von Robert Schumann

herausgegeben vom Städtischen Museum Zwickau. Auf schlechtem und inzwischen stark vergilbtem Papier gedruckt, war es anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages von Mendelssohn 1947 erschienen.
Es enthält das Faksimile der schwer lesbaren Handschrift Schumanns mit beigegebener gedruckter Umschrift lose niedergeschriebener Erinnerungen an Mendelssohn von 1835 bis zu dessen Tod 1847, die manche interessante Einblicke gewähren. Clara Schumann schrieb auf das Titelblatt ausdrücklich „Wichtig!“, wohl um die Blätter vor übereilter Entsorgung zu bewahren.
Der Tatsache, daß Schumann, nach Mendelssohns Tod, neben aller Eigenständigkeit, mehrfach und auch unfreiwillig zu dessen Sachwalter wurde, verdanken wir u.a. die Gründung der Bachgesellschaft von 1850. Denn schon seit 1837 hatte sich Robert Schumann für eine Bach-Ausgabe eingesetzt. Zusammen mit dem Philologen und Mozart-Biographen Otto Jahn, dem damaligen Thomaskantor Moritz Hauptmann, dem Petriorganisten Carl Ferdinand Becker und dem Verlag Breitkopf & Härtel gründete er die Bach-Gesellschaft. Sie hatte das Ziel, sämtliche Werke Bachs in einer Gesamtausgabe erstmalig im Druck zu veröffentlichen, was im Jahr 1900 erreicht wurde. Mit diesem Ziel wurde diese Bach-Gesellschaft – wie wir alle gut wissen – zugleich zur Mutter unserer Neuen Bachgesellschaft, gegründet im Jahr 1900. Als NBG feiern wir in diesem Jahr nicht nur zusammen mit dem Leipziger Bachfest unser 85. Bachfest – eine stolze Ziffer! –, sondern mit diesem auch unser 110-jähriges Bestehen. Das darf an dieser Stelle ausdrücklich Erwähnung finden.
Doch zurück zu den Erinnerungen Schumanns: Er, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, bedarf mit seiner Stimme in den Erinnerungen der ausdrücklichen Erwähnung und Würdigung. Denn hier finden sich – überliefert durch Schumann – eine Reihe von Äußerungen Mendelssohns zu Bach, die uns heute fast als „geflügelte Worte“ bekannt sind. Wenige sollen erwähnt werden:

Über Emanuel Bach im Verhältniß zu seinem Vater sagte er: „es wäre als wenn ein Zwerg unter die Riesen käme“. [32/33]

Bei dem Choralvorspiel v. Bach „Schmücke dich o liebe Seele“ (in Es dur) sagte er mit dem innigsten Ausdruck: „wenn mir das Leben alles genommen hätte, dies Stück würde mich wieder trösten“. [38/39]

Als ich ihm v. d. großen „Fernrohr“ mittheilte, und eine der Bemerkung, die ich wo gelesen, daß wir auf unsrer Erde den höheren Sonnenbewohnern, beobachteten sie uns durch ein Fernrohr, etwa wie Milben auf einem Käse erscheinen müßten – [sagte er] „ja aber das wohltemperierte Clavier würde jenen doch wohl einigen Respect einflößen“ [44/45].

Von der H-Moll Messe [meinte er]: „Manches wäre trocken, das meiste unvergleichlich schön: Sehen Sie nur schon die Noten an“. [66/67]

Auch andere Bemerkungen zeugen davon, daß Schumann nicht nur Mendelssohn bewunderte, sondern auch mit einem eigenständigen Urteil Mendelssohns Umgang mit den Werken Bachs begleitete.
Daß das 85. Bachfest unserer Gesellschaft im Jahr der 200. Wiederkehr seines Geburtstages sich ausdrücklich Robert Schumann zuwendet und dies in Verbindung mit Johannes Brahms tut, soll als Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit gegenüber diesem großen Komponisten und Musiker verstanden werden. Nicht selten hat er für die Nachwelt im Schatten Mendelssohns gestanden, allzu sehr mag indirekt das tragische Schicksal seines Lebens und sein frühes Ende auch das Andenken an ihn gemindert haben. Nach einem Orgelkonzert Mendelssohn mit Werken Bachs schrieb Schumann in der von ihm redigierten „Neuen Zeitschrift für Musik“ den schönen Satz nieder: „Wiederum fiel mir ein, wie man mit Bach doch niemals fertig, wie er immer tiefer wird, je mehr man ihn hört.“

Die NBG verbindet mit seinem Wirken immer auch ihre eigene Existenz, was allein schon Grund genug ist, seiner in Ehrerbietung zu gedenken.
Ich begrüße Sie alle sehr herzlich, insbesondere die Mitglieder der NBG, hier zum 85. Bachfest. Zugleich danke ich dem Bach-Archiv und der Stadt Leipzig für die Vorbereitung und Ausrichtung der vor uns liegenden 1 ½ Wochen. Mein Dank richtet sich auch an die Sponsoren, die sich wieder in großzügiger Weise beteiligt haben.

Nun wünsche ich uns allen ein wunderschönes Bachfest mit interessanten musikalischen Eindrücken und persönlichen Begegnungen, Erfahrungen, die für die Folgezeit sich als Kraftquell und Ursache menschlichen Friedens erweisen mögen.

Prof. Dr. Martin Petzoldt

 

 

Mitgliederversammlung während des 85. Bachfestes der NBG in Leipzig am 19.6.2010

 

Ein Dank an Bach, der uns immer wieder reich beschenkt

„110 Jahre NBG: Die Dame ist in die Jahre gekommen – und heißt immer noch ‚neu’“, scherzt Professor Petzoldt bei der Begrüßung der in der Leipziger Universität versammelten Mitglieder. Nach der überschaubar-familiären Atmosphäre von Mühlhausen im vergangenen Jahr fällt es im großen Leipziger Festivaltrubel schwer, bekannte Gesichter auszumachen. Manches Mitglied findet das bedauerlich; andere genießen den internationalen Touch, den das Bachfest der NBG alle 5 Jahre aufweist, wenn es mit dem Leipziger städtischen Bachfest zusammenfällt. Petzoldt dankt dem „Veranstalter, der uns so freundlich in die Arme genommen hat, und der Universität, die die Mitgliederversammlung beherbergt“. Statt historischer Gemäuer, die jahrhundertelange Geschichte atmen wie in Mühlhausen oder Salzburg, trifft man im Hörsaal 1 allerdings auf den - wenn auch renovierten - Charme der 70er Jahre. „Es sieht alles viel besser aus, als es ist“, verkündet Petzoldt unter beifälligem Gelächter und erklärt die Enge der Stuhlreihen mit den „Bedingungen der kleinwüchsigen und schmalbäuchigen Studenten von 1972“.

Da sind die langjährigen Mitglieder, die nun geehrt werden, gut dran: Sie dürfen sich erheben und können der Beengtheit vorübergehend entfliehen. Wer zwischen 50 und 60 Jahren dabei ist, wird zunächst aufgerufen. Unter den nunmehr Stehenden befindet sich auch Dr. Peter Roy: Seit 60 Jahren Mitglied wird er zum Grußwort nach vorne gebeten. Professor Siegfried Pank kann sich hingegen nicht genau an das Eintrittsdatum erinnern: „Ja, wenn Sie’s nicht genau wissen, dann dürfen Sie auch kein Wort an uns richten“, ist der Vorsitzende unerbittlich. Dr. Roy lässt seine Erinnerungen - stellvertretend für alle, die sich erhoben hatten – Revue passieren: Im Bachjahr 1950 sei er eingetreten; erst im Jahr zuvor waren Bachs sterbliche Überreste unter spektakulären Umständen vom Johannisfriedhof in die Thomaskirche überführt worden. Jetzt wurde dem großen Thomaskantor allenthalben mediale Aufmerksamkeit zuteil. Roy verweist auf die „große Dankbarkeit der Menschen, die noch nicht so kulturverwöhnt waren wie heute“. 14 Jahre alt und Thomaner war Roy damals, und durchaus mit dem Werk Bachs vertraut, aber „was sich im Umfeld des Bachjahres 1950 auftat, war eine Offenbarung. Und das ist bis heute so geblieben. Die Bachsche Musik immer wieder zu einem neuen verjüngenden Erlebnis werden zu lassen, dazu haben viele Bachfeste beigetragen. Bachs Musik wurde zum ständigen Wegbegleiter neben meinem Beruf als Arzt. Meine Tätigkeit als Webmaster der dreisprachigen Internetseite der NGB leiste ich gerne für alle, die an der Arbeit der NBG interessiert sind, aber vor allem für Johann Sebastian Bach, der uns immer wieder unermesslich reich beschenkt.“

Vielen dürfte Dr. Roy damit aus dem Herzen gesprochen haben. Noch um einiges weiter zurück reicht die Erinnerung der 96jährigen Dr. Hanna Eggert aus Kassel. Seit 1928 ist sie den Bachfesten verbunden: „Da war ich noch ein Kind, aber in meinem Elternhaus in Kassel waren Gäste und Künstler des Bachfestes untergebracht, denn damals ging man noch nicht ins Hotel, und so habe ich die Begeisterung, die das Bachfest auslöste, unmittelbar miterlebt. Auch an das Leipziger Bachfest 1935 unter Karl Straube habe ich wunderbare Erinnerungen…“ Erst zwei Jahrzehnte alt, aber ebenfalls denkwürdig ist ein Gottesdienstzettel vom legendären Münchener Bachfest aus dem Jahre 1990, den Reimar Bluth mitgebracht hat. Bei der Planung war man von einigen wenigen Besuchern aus der DDR ausgegangen; der unerwartete Mauerfall bescherte München den Zustrom von über 1000 Gästen aus dem Osten. Und den Organisatoren das nicht geringe Problem, diese alle kostenneutral zu verköstigen und zu beherbergen…

Bei der Wiederwahl von Mitgliedern des Direktoriums, deren Amtszeit ausläuft, war Bluth als erster an der Reihe. Bei den Handzeichen vermerkte Professor Petzoldt nur „eine Enthaltung: von ihm selbst – das ehrt Herrn Bluth.“ Gleiches Prozedere bei KMD Professor Christfried Brödel: „Der macht das mit…“, kommentierte Petzoldt. Und so hielten es denn auch alle anderen Wiedergewählten: Professor Hans Hirsch, Dozent Jens Philipp Wilhelm, Privatdozent Peter Wollny – bis auf Professor Gerhard Weinberger, der sich nicht enthalten konnte, weil er nicht anwesend war. „Das war eine sportliche Übung“, meinte Petzoldt anerkennend und berichtete unter TOP 3, dass die Johann-Sebastian-Bach-Stiftung nach „langwierigen und diffizilen Abstimmungen mit dem Finanzamt und der zuständigen Behörde im Regierungspräsidium“ nun wirklich auf dem besten Wege sei. Der Stiftungsvorstand solle sich aus dem Vorstand der NBG rekrutieren, wie das auch in anderen Stiftungen praktiziert werde. “Das bedeutet keinen Interessenkonflikt, sondern eine Arbeitserleichterung“. Die Mitglieder für das Kuratorium müssen hingegen noch gefunden werden. Man denke an „Persönlichkeiten, die ihren klingenden Namen auch in klingende Münze umzuwandeln in der Lage sind…“ Im Herbst solle die Stiftung eröffnet werden: „Der Anfang ist gemacht, aber weitere Sponsoren müssen gefunden werden“. Allen Spendenwilligen sei nochmals gesagt, dass sowohl zweckfreie als auch zweckgebundene Zuwendungen möglich sind, wenn das Geld einem bestimmten Projekt zukommen soll.

Die Finanzlage legte darauf Herr Lorenz dar, dem Professor Petzoldt herzlich für sein Engagement dankte: „Die NBG hat keine Einbußen aus der Finanzkrise zu verzeichnen, was der im besten Sinne konservativen Anlagestrategie Herrn Lorenz’ zu verdanken ist. Lieber ein überschaubares Wachstum als risikoreiche Spekulationen…“ Für die genauen Zahlen sei auf das im Mitteilungsblatt enthaltene Protokoll der Sitzung verwiesen. Nachfragen bezogen sich auf die Portokosten – um die 10.000 Euro jährlich bei drei Aussendungen –, die Möglichkeit der Umstellung auf e-mail, wobei eine spontane Umfrage ergab, dass relativ viele Mitglieder auf diesem Wege noch nicht erreichbar sind, den Posten „Beratungskosten“ – für ein Steuerbüro, einen Steuerberater und rechtsanwaltliche Hilfe im Zusammenhang mit der Bautätigkeit am Bachhaus Eisenach – sowie die Möglichkeit, aus dem Topf der städtischen Einnahmen aus Protokollen etc. Gelder zu erhalten, was ein saarländischer Gemeindepfarrer für seine Jugendarbeit erfolgreich praktiziert hatte. Eine längere Diskussion löste die Frage aus, wieso die Betriebskosten höher seien als die Ausgaben für Projekte der NBG. Herr Lorenz legte dar, dass die Kosten für die Geschäftsstelle mit festangestelltem Mitarbeiter, Miete, Telefon, Fax, Büromaterialien etc. auch nach Beurteilung der unabhängigen Rechnungsprüfer sehr maßvoll seien. Herr Dr. Hansen wies darauf hin, dass die Mitgliedsbeiträge zunächst dazu dienten, „den Verein am Laufen zu halten“. Darüber hinaus gehende Spenden würden selbstverständlich für Projekte eingesetzt – und zwar zu 100 %. Der Mitgliedsbeitrag hingegen müsse den Verein in die Lage versetzen zu arbeiten – und weitere Gelder zu akquirieren, die dann in Projekte fließen können. Dem erneuten Einwand, der Verein sollte sich doch nicht um sich selber drehen, hielt Professor Petzoldt entgegen, um eine Gesellschaft mit über 3000 Mitgliedern zu betreiben, bedürfe es schon einer Geschäftsführung – zumal alle anderen Beteiligten ehrenamtlich tätig würden. Der Stellvertretende Vorsitzende, Dr. Hewig, verwies darauf, dass die Stiftung ja nun gerade eingerichtet werde, um künftig mehr Gelder für Projekte zur Verfügung zu haben.

„Fast schon ein Hilferuf“ wurde die Mitteilung über die Mitgliederbewegung: Zum 31.12.2009 war die Zahl auf 3097 gesunken. Herr Lorenz rief dazu auf, „Freunde und Bekannte anzusprechen; nur dieser direkte Weg ist erfolgversprechend“. Über Prämien für die Werbung werde gerade nachgedacht: „Werben Sie Mitglieder – es soll auch nicht umsonst sein!“ Eine Nachfrage galt der größten bisherigen Mitgliederzahl. Das sei schwierig zu beantworten, weil die Revision des Bestandes nach der Wende „in beträchtlicher Höhe geschönte Zahlen“ ergeben habe: „Da waren in großer Zahl Personen verzeichnet, die alle anderen Interessen hatten, aber nicht die an Bach – um es vorsichtig zu sagen“, erklärte Petzoldt. Die Revision habe einen Bestand um 3500 ergeben, womit ein Verlust von etwa 400 Mitgliedern in 20 Jahren zu verzeichnen sei. Eine erneute Diskussion behandelte die Frage, was die NBG potentiellen Neumitgliedern denn zu bieten habe – mit dieser Frage sehe man sich bei der Werbung immer wieder konfrontiert. „In erster Linie das Bach-Jahrbuch: Ich bitte Sie, dies nicht gering zu schätzen; dann gibt es das Mitteilungsblatt zur Mitgliederpflege; die Mitglieder haben teil an den jährlichen Bachfesten, und sie unterstützen den Betrieb des Bachhauses Eisenach, in dem sie zudem freien Eintritt haben“, erklärte Professor Petzoldt. Darauf kam der Vorschlag, im Direktorium jemanden gezielt mit der Aufgabe der Mitgliederwerbung zu betrauen, der auch Ansprechpartner für alle diesbezügliche Fragen sein solle.

Das Bachhaus Eisenach war damit schon ins Gespräch gebracht; als nächstes berichtete Dr. Hansen über die letztjährigen Entwicklungen in seinem Hause. „Wenn die Frage auftaucht, was macht diese ehrwürdige Gesellschaft der NBG denn heutzutage – dann kommen Sie ins Bachhaus Eisenach: Da haben Sie die NBG in der Tagespresse. Wir sind das besucherstärkste Museum nach dem Beethovenhaus in Bonn. Und dieses Haus gehört der NBG!“ Dass die Besucherzahl von 2008 in der Höhe von über 70.000 im vergangenen Jahr nicht wieder erreicht werden konnte, dürfe an der übergroßen medialen Aufmerksamkeit gelegen haben, die die Sonderausstellung zu Bachs Gesichtsrekonstruktion hervorgerufen hatte. 2009 kamen immerhin 63.184 Besucher ins Bachhaus. Die Sonderausstellung „Blut und Geist“ ist derzeit übrigens in Berlin zu sehen. Etwas mehr Beachtung würde Dr. Hansen der Ausstellung „Bachs theologische Bibliothek“ wünschen, die aktuell 38 der 52 in Bachs Nachlass verzeichneten Titel aufweisen kann. Unter den 2009 getätigten Neuerwerbungen für die Sammlung sei insbesondere ein Thüringer Orgelpositiv von ca. 1650 zu erwähnen, das die derzeit im Instrumentensaal vertretenen Orgeln aus Österreich und der Schweiz aufs beste ergänzen werde. Das zum Erwerb erhaltene Darlehen in Höhe von 22.800 Euro wird im November fällig: Dr. Hansen brachte hier nochmals die zuvor erwähnte „zweckgebundene Spende“ ins Gespräch. Eine Nachfrage galt der grundsätzlichen Finanzierung des Hauses: Mit 65 % Selbsteinnahmen aus Eintritten und Andenkenverkauf stehe das Bachhaus gut da, meinte Dr. Hansen. 30% der Gelder kämen darüber hinaus vom Land und 5 % von der Stadt Eisenach.

Über das ebenfalls schon erwähnte Bach-Jahrbuch sprach darauf Dr. Peter Wollny: Als Highlight des letztjährigen Bandes bewertete er die Funde aus St. Petersburg, die keine Beutekunst, sondern Bestände aus dem 18.Jahrhundert seien. Neuerungen waren die erstmalige thematische Bündelung – drei Texte zur h-moll-Messe – sowie farbige Abbildungen der Geldsammelkiste aus dem Meißner Dom, die jetzt im neuen Leipziger Bach-Museum zu bewundern ist, und der Grabbeigaben von Anna Magdalena Bach, die im Archiv der Nikolaikirche gefunden wurden. Das Jahrbuch 2010 werde vermutlich wieder umfangreich ausfallen: Von 30 vorliegenden Beiträgen werde er 10 oder 12 auswählen, die wiederum interessante Entdeckungen versprächen. Auf die vorangegangenen Diskussionen ging Wollny ein, indem er darauf verwies, auch wenn die Texte für manchen „normalen Bachfreund“ schwer nachvollziehbar seien, weil vieles doch sehr „ins Fachspezifische“ gehe, sei er trotzdem der Meinung, dass diese Dinge berücksichtigt werden sollten. „Das Bach-Jahrbuch ist das weltweit führende Organ in Sachen Bach-Forschung: Es gibt keinen bedeutenden Fund, über den nicht zuerst im Bach-Jahrbuch berichtet wird. Ich möchte allen Mitgliedern Dank sagen, dass sie mit ihren Mitgliedsbeiträgen diese Publikation gewährleisten.“

Über ein wichtiges Projekt der NBG konnte darauf Professor Brödel berichten: „Ich überbringe Ihnen den Dank der über 100 Teilnehmer der Bachakademie in Donezk. Die Begeisterung und das Engagement der jungen Leute waren ungeheuer eindrucksvoll; das erlebt man in Deutschland so nicht. Die Atmosphäre war eher der bei Popkonzerten vergleichbar…“ Die Osteuropa-Akademien verkörperten ein zentrales Anliegen der NBG: „Wir gehen dorthin, wo Bach auch angehenden Musikern noch weitgehend unbekannt ist. Künftig möchten wir neue Orte erschließen und dazu Ihre Unterstützung erbitten. Dieses Engagement ist eines, das unserer Gesellschaft sehr gut ansteht.“

Wie immer schloss ein Ausblick auf künftige Bachfeste die Versammlung: KMD Joachim Eichhorn aus Wetzlar hielt einen flammenden Vortrag, um allen Mitgliedern Lust zu machen auf das 86. Bachfest der NBG in seiner Heimatstadt, das vom 20. bis 25. September 2011 unter den Titel „Verweile doch…“ dem Thema „Bach und Goethe“ gewidmet ist. In Abwandlung des letztjährigen Mühlhausener Mottos meinte Eichhorn: „Goethe war hier, Bach kommt - und Sie sind dabei!“ Die ansteckende Begeisterung des Kirchenmusikdirektors verspricht ein Wetzlarer Erlebnis – immerhin verliebte sich Goethe dort weiland unsterblich und ließ sein Erlebnis Weltliteratur werden. „Die Leiden des jungen Werthers“ empfehlen sich also als vorbereitende Lektüre auf das nächste Bachfest.

Da die vorgesehene Zeit nun bereits weit überschritten war, nannte Professor Petzoldt lediglich die weiteren Städte, die das Bachfest ab 2012 beherbergen werden. Die Frage, ob noch jemand etwas auf dem Herzen habe, das er unbedingt loswerden müsse, veranlasste Margarita Dane aus Köln dazu, dem Vorstand einmal im Namen aller Mitglieder herzlich für all die Mühen und Arbeit zu danken. Mit zustimmendem Beifall ging die Mitgliederversammlung 2010 in der Leipziger Universität daraufhin zu Ende.

Sabine Näher

 

NACHRICHTEN AUS DEM BACH-ARCHIV LEIPZIG


Das neue Bach-Museum Leipzig

Am 20. und 21. März 2010, dem Wochenende um Bachs 325. Geburtstag, wurde das erweiterte und neu gestaltete Bach-Museum Leipzig eröffnet. Das Festwochenende begann mit einem großen Publikumstag am Samstag. Angeboten wurden Führungen, Konzerte und ein buntes Programm für die ganze Familie. Im Anschluss an einen Festakt im Alten Rathaus übergab Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag das neue Bach-Museum offiziell an die Besucher. An diesem Tag fand auch die traditionelle Geburtstagsfeier für Bach rund um den Thomaskirchhof statt. Mit dem Geburtstagskonzert in der Thomaskirche klang das Eröffnungswochenende aus. Dabei erkangunter anderem eine bislang unbekannte Kantate des jungen Carl Philipp Emanuel Bach, die 1734 unter den Augen des Vaters in Leipzig aufgeführt wurde. Das Werk wurde vor Kurzem von Dr. Peter Wollny aus dem Bach-Archiv entdeckt.

Die neue Dauerausstellung des Bach-Museums thematisiert Leben und Wirken Bachs auf vielfältige Weise: Interaktive und multimediale Elemente sind ebenso zu finden wie kostbare Originale. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Schatzkammer, in der Bach-Autographen und andere Raritäten präsentiert werden. Ergänzt wird die Ausstellung der Originalhandschriften durch das Forschungslabor, das sich in unmittelbarer Nähe der Schatzkammer befindet. Hier können die Besucher auf spielerischem Weg die Methoden der Bach-Forschung kennen lernen. In einem anderen Raum wird das barocke Instrumentarium vorgestellt und zum Klingen gebracht, wobei das Hören im gesamten Bach-Museum eine große Rolle spielt. In fast allen Ausstellungsräumen wird die Musik Bachs zu hören sein, zum Beispiel in Klangrohren, Raummusik oder Hörstationen. Das Leben des Komponisten wird in mehreren Ausstellungsräumen entfaltet. Ein großer Ausstellungsraum ist Bachs Tätigkeit in Leipzig gewidmet. Weitere Räume stellen den Organisten und den Hofmusiker vor, geben Einblick in sein Familienleben und die Musikerfamilie Bach. Ein Raum für Kabinettausstellungen und zahlreiche museumspädagogische Angebote runden das Profil des Museums ab. Zu Führungen und Konzerten wird auch der barocke Sommersaal mit seiner einzigartigen Schallkammer wieder für Besucher zugänglich sein. Ein kleiner Lustgarten, ein Hörkabinett und ein Museumscafé bieten Gelegenheit zum Entspannen und Verweilen.

 

 

Der Katalog der Bibliothek des Bach-Archivs – die weltweit umfassendste Bibliothek zum Thema Bach –

kann im Internet eingesehen werden. So können Nutzer ab sofort online in den Beständen der Bibliothek recherchieren. Zu finden ist der Katalog auf den Internet-Seiten des Bach-Archivs unter www.bach-leipzig.de.

 

Regelmäßige Bach-Sendungen im Rundfunk

Deutschlandradio DLF Köln, Sonntag 6.05-7.00, Geistliche Musik (mit Bachkantate)
Mitteldeutscher Rundfunk MDR Figaro, Sonntag, 7.05-8.00, Die Bachkantate

Radio Bremen Nordwestradio, Sonntag, 7.05-8.00 „musica sacra, die Bachkantate“
Hessischer Rundfunk hr 2, Sonntag 6.05-8.00, Geistl.Musik mit Bachkantate
Bayerischer Rundfunk Bayern 4 Klassik, Sonntag 8.04-8.30, Die Bachkantate
Gemeinschaftsprogramm Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz SWR 2, Sonntag, 8.05-8.30, Kantate
Norddeutscher Rundfunk Radio 3, Sonntag 8.05-8.40, Kantate - Geistliche Musik
Saarländischer Rundfunk SR 2 Kulturradio, Sonntag 8.05-9.00, Kantate
Deutsche und rätoromanische Schweiz DRS 2, Sonntag 9.00-9.30, Geistliche Musik (mit Bachkantate)
Westdeutscher Rundfunk WDR 3, Sonntag 9.00-09.30, Geistliche Musik (mit Bachkantate)
RBB Rundfunk Berlin Brandenburg, Kulturradio, Sonntag 9.30-10.00, Bachkantate

Evangeliums-Rundfunk Wetzlar, ERF 1, Sonntag ab 11.15, Bachkantate mit Einführung

 

Rechtswidrig

Seit kurzer Zeit wird eine DVD unter dem Titel „J.S.Bach - Sein Leben - Seine Musik. Ein Film von Jean-Louis Guillermou“ zum Verkauf angeboten. Das Cover trägt das Logo der Neuen Bachgesellschaft und die Aufschrift „Empfohlen von Neue Bachgesellschaft e.V.“
Dazu ist zu erklären: Bei der Neuen Bachgesellschaft ist nie die Anfrage um Genehmigung der Benutzung ihres Logos für dieses Produkt eingegangen, auch hat die Neue Bachgesellschaft weder eine solche erteilt noch eine Empfehlung für dieses Produkt ausgesprochen. Es handelt sich um eine rechtswidrige Inanspruchnahme von Logo und Empfehlung.



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